Video-KPIs im B2B: Welche Kennzahlen wirklich helfen
Du hast ein Video produziert — oder planst eins. Der Chef fragt: „Und? Lohnt sich das?“ Die Antwort ist nicht „Wir haben 10.000 Views.“ Sondern: „Drei Leads sind direkt aus dem Video entstanden, und zwei davon sind im Vertriebsprozess.“ Hier sind Kennzahlen, die helfen können. Nicht jede passt zu jedem Ziel.1. Watch-Time (gesehene Minuten)
Welche Zahl passt zu welchem Ziel?
2. Conversions (Kontaktanfragen, Downloads, Termine)
Was sie aussagt: Ob das Video verkauft. Nicht direkt, aber indirekt. Ein Video auf der Landingpage, das die Conversion-Rate von 1,2 % auf 2,8 % hebt, ist kein „schönes Gimmick“ — es ist ein Umsatztreiber. Wo du sie findest: Google Analytics 4 (Conversion-Events), dein CRM (HubSpot, Pipedrive), einfach ein Tracking-Link hinter dem CTA-Button. Praxistipp: Lege vor dem Start fest, was eine Conversion ist. „Kontaktformular ausgefüllt“ zählt. „Video angeschaut“ zählt nicht.3. Retention Rate (Wie viel % schauen bis zum Ende?)
Was sie aussagt: Ob dein Video strukturiert ist wie ein Versprechen, das es einhält. Retention unter 30 % bei einem Kurzvideo? Dann ist dein Einstieg zu lang oder deine Message zu spät dran. Wo du sie findest: YouTube Studio → Zielgruppe → Wiedergabezeit. Hotjar für Videos auf der eigenen Website.4. Shares & Weiterempfehlungen innerhalb der Branche
Was sie aussagt: Ob dein Video für Fachleute relevant ist. Ein Share im LinkedIn-Post eines Branchenkollegen ist mehr wert als 500 anonyme Likes. Wo du sie findest: LinkedIn-Statistiken, manuelle Recherche (wer hat das geteilt?), Referral-Traffic in GA4.Ein konkretes Rechenbeispiel
Das folgende Szenario dient nur zur Einordnung und zeigt keine gemessenen Ergebnisse eines Kundenprojekts. Angenommen, du investierst 8.000 € in einen Imagefilm und nutzt ihn drei Monate auf deiner Website und LinkedIn.
- Durchschnittliche Wiedergabedauer: 72 Sekunden bei einem 90-Sekunden-Video.
- Anteil der Website-Besucher, die anfragen: von 1,1 % auf 2,7 % – ein Anstieg um 1,6 Prozentpunkte.
- Anfragen im betrachteten Zeitraum: 14, davon 5 qualifizierte Anfragen.
- Angenommene Abschlussquote: 30 % der qualifizierten Anfragen. Rechnerisch wären das 5 × 0,30 = 1,5 erwartete Abschlüsse. Das ist ein statistischer Erwartungswert, keine Zusage.
Einordnung: Ohne durchschnittlichen Auftragswert lässt sich daraus kein erwarteter Umsatz berechnen. Auch ein Anstieg der Anfragequote beweist allein nicht, dass das Video die Ursache war. Dafür müssten unter anderem Besucherzahl, Herkunft der Besucher und weitere Änderungen im betrachteten Zeitraum berücksichtigt werden.